Georg Philipp Telemann
Zwölf Fantasien für Violine solo TWV 40:14–25
Telemanns Instrumentalwerke umfassen neben charmanten Solokonzerten und spritzigen Orchesterouvertüren auch ein ganzes Universum an Kammermusik. Die drei Zyklen mit Solo-Fantasien für Flöte, Gambe und Violine bilden darin eine ganz besondere Gruppe: Auf kleinstem Raum liefert Telemann hier Paradebeispiele des sogenannten „Vermischten Geschmacks“, bei dem sich kontrapunktischer Satz und melodische Elemente auf vielfältige Weise verbinden. Da er im Gegensatz zu seinem Kollegen Johann Sebastian Bach in technischer Hinsicht nur moderate Ansprüche stellte, stellen diese Fantasien für Violine solo bis heute willkommene Studien- und Vortragsstücke für aufstrebende Geigerinnen und Geiger dar.
Die neue Urtextausgabe kann sich nur auf eine einzige Abschrift des Werks stützen, da die von Telemann selbst vorbereitete Erstausgabe heute nur noch durch ein einzeln überliefertes Titelblatt nachgewiesen ist. Den aufführungspraktischen Hintergrund leuchtet das Vorwort aus. Die bei dieser Musik unverzichtbaren Hinweise zur Ausführung der Verzierung liefert mit Plamena Nikitassova eine Spezialistin ihres Fachs.
Inhalt/Details
(Erläuterung)
Über den Komponisten
Georg Philipp Telemann
Einer der führenden dt. Komponisten seiner Zeit, vor allem auch bezüglich seiner deutschsprachigen Opern. Aus seiner Feder stammt zudem eine äußerst große Anzahl an kirchlichen Werken (v.a. Kantaten), die im Rahmen seiner Anstellungen und damit verbundener kompositorischer Pflichten entstanden.
| 1681 | Er wird am 14. März in Magdeburg geboren. |
| 1701–05 | Er studiert Jura in Leipzig, wirkt jedoch als Sänger, Librettist und Komponist an der Oper, ab 1702 auch als ihr musikalischer Direktor. Er schreibt Musik für die Thomas- und Nikolaikirche. Gründung eines studentischen Collegium musicum. |
| 1704 | Organist und Musikdirektor an der Neukirche. |
| 1705–08 | Hofkapellmeister in Sorau. |
| 1708–12 | Kapellmeister in Eisenach; Komposition von Kirchenkantaten, Messen sowie weiteren geistl. und weltl. Vokalwerken, Instrumentalkonzerten und Sonaten. |
| 1712–-21 | Musikdirektor der Stadt Frankfurt/Main; Komposition von Kirchenmusik und Musikpflege an der Barfüßer- und der Katharinenkirche; Wiedereinrichtung des Collegium musicum der Frauenstein-Gesellschaft und damit Beginn eines regelmäßigen Konzertlebens in Frankfurt a. M. |
| 1716 | Uraufführung der Brockes-Passion in Frankfurt. |
| 1721 | Uraufführung der Oper „Der geduldige Socrates“ in Hamburg. Er wird Kantor der Johanneum-Lateinschule und Musikdirektor der Stadt Hamburg. Damit unterlagen die 5 Hauptkirchen Hamburgs seiner musikalischen Leitung. Komposition von Kirchenkantaten, weltlichen Kantaten, „Kapitänsmusiken“, Instrumentalmusik; Etablierung eines Collegium musicum. |
| 1722 | Er übernimmt die musikalische Leitung der Oper am Gänsemarkt (bis 1738) und komponiert für Hamburg eine große Zahl an Bühnenwerke. |
| 1725 | Uraufführung des Intermezzos „Die ungleiche Heirath oder das herrsch-süchtige Cammer-Mädgen“ (,Pimpinone‘), das bis heute sein bekanntestes Bühnenwerk ist. |
| 1728 | Uraufführung von „Die Last-tragende Liebe oder Emma und Eginhard“, der bedeutendsten der erhaltenen Hamburger Opern. |
| nach 1755 | Komposition von Vokalwerken in Zusammenarbeit mit verschiedenen Dichtern. |
| 1767 | Er stirbt am 25. Juni in Hamburg. |
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